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Muschelkalk und Fossilien

Das im südwestlichen Teil des Landkreises gelegene Muschelkalk-Bergland umfasst im wesentlichen die Gebiete der Hainleite und der Bleicheröder Berge (Foto von M.Wagner).

 

Die Plateaubereiche in einer Höhe von ca. 440 m ü. NN sind nahezu vollständig durch großflächige Buchenwälder geprägt. Lediglich der ehemalige Schießplatz und die angrenzenden Ackerflächen bei Großlohra sind waldfrei. In den Randgebieten zur Bode- und Wipper-Niederung fallen die Muschelkalkplatten steil ab und einzelne Klippen treten in den Wäldern auf.

 

Am Fuß der Hanglagen gehen die Buchenwälder streckenweise in Mischbestände von Fichte, Kiefer, Lärche, Eiche und Ahorn über, denen ein schmaler Streifen aus Streuobstwiesen, Trockenrasen und extensiv genutzten Wiesen und Weiden vorgelagert ist.

 

Sowohl Fließ- als auch Standgewässer sind äußerst selten.

 

Typische Arten der Buchenwälder sind Schwarzspecht, Grauspecht und Hohltaube. Unter den Kleinvögeln zählen Buchfink, Kohlmeise , Trauerschnäpper und Waldlaubsänger zu den dominierenden Vertretern.

 

Bemerkenswerte Brutvogelarten sind ferner Uhu, Misteldrossel, Waldschnepfe und Mittelspecht (im Buchen-Eichen-Mischwald bei Hainrode). Auf den mit einzelnen Büschen bestandenen Trockenrasenflächen des ehemaligen Schießplatzes Großlohra sind Schwarzkehlchen 3 BP), Wiesenpieper (5-10 BP), Raubwürger (1 BP) und Feldlerche (30-40 BP) typische Brutvogelarten.

 

Durch die großräumige Gleichgestaltigkeit der Waldbestockung, überwiegend fehlende Gewässer und Freiflächen bleibt die Zahl der Brutvogelarten bei 70-75.

 

Muschelkalk - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

http://www.steine-und-minerale.de/atlas.php?f=3&l=M&name=Muschelkalk


Muschelkalk ist nicht nur eine lithostratigraphische Einheit der Trias, die auf den Zeitraum vor 243 bis 235 Mio. Jahren datiert wird, sondern auch ein Gestein, das über beachtliche Gehalte an fossilen Muscheln verfügt. Angelehnt an die kalkhaltige Zusammensetzung und die vielen sichtbaren Muscheln nannte der deutsche Geologe Georg Christian Füchsel (1722 bis 1773) das Gestein Muschelkalk.

Eigenschaften von Muschelkalk
Muschelkalk ist ein Sedimentgestein biologischer Klassifikation mariner Herkunft (= im Meer gebildet), kann aber auch in Süßwasserbereichen entstanden sein.
Die Farbe von Muschelkalk ist hell und erscheint in grauen, braunen oder gelbgrauen Farbtönen.
Bild 2: Muschelkalk im Detail

Die Zusammensetzung von Muschelkalk wird von fossilen Muschelschalen dominiert, sowohl in ganzer als auch zerbrochener Form. Als Zementationsmaterial der Muschelschalen dient Calcit, untergeordnet können weiterhin Quarz, Pyrit, Feldspat, Glimmerminerale, Glaukonit oder Chlorit am Aufbau des Gesteins beteiligt sein.
Das Sedimentgestein ist von fein- bis mittelkörniger Korngröße, deren Kornform vorwiegend kantig ist. Das Gefüge ist muschelig bei einer Dichte von 2,7 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Muschelkalk
Muschelkalk entstand wie andere Sedimentgesteine auch durch die Vorgänge von Ablagerung und Verfestigung von Muscheln, Skeletten oder sonstigen kalkhaltigen Ausscheidungen von Lebewesen, die vor Jahrmillionen in Salz- und Süßwasserbereichen lebten. Als Ablagerungszeitraum des Muschelkalks gilt die gleichnamige Gruppe der germanischen Trias, also vor 243 bis 235 Mio. Jahren.
Die Fundorte von Muschelkalk sind weltweit verbreitet, insbesondere im Bereich des nördlichen und südlichen Wendekreises bei jeweils 23°26` N bzw. S.
Die deutschen Muschelkalkvorkommen befinden sich u.a. in Rüdersdorf bei Berlin (Brandenburg); Karlstadt, Grafenwöhr, Würzburg (Bayern); Freudenstadt, Göppingen, Wutachschlucht im Schwarzwald, Crailsheim, Heilbronn (Baden-Württemberg); Mühlhausen, Jena (Thüringen), Trier-Saarburg (Rheinland-Pfalz). In Polen sind mächtige Muschelkalklagen in Oberschlesien, Kielcer Bergland und im Katzbachgebirge bekannt.

Verwendung von Muschelkalk
Aufgrund der Festigkeit und hohen Verwitterungsresistenz findet Muschelkalk vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Aus dem Naturstein werden u.a. Bodenfliesen, Grabsteine, Treppen, Bordsteine, Arbeitsplatten und Wandverkleidungen hergestellt. Auch als Baumaterial findet Muschelkalk Verwendung, wie bspw. bei der Eckartsburg Eckartsberga. Zudem wird Muschelkalk als Gleisschotter, Zuschlagstoff in Zement, zum Verputzen oder zur Extraktion von Erzen genutzt.


 


 

Fossilien Oberer Muschelkalk

http://www.trias-verein.de/fossilien/oberer_muschelkalk.php


 


 


Ceratiten


Nautiliden


Schnecken


Muscheln


Fische


Reptilien


Krebse


Echinodermen


Brachiopoden


Seelilien


Schlangensterne


Seesterne

 


 


 


 


 


 


 


 


 

Oberer Muschelkalk - Muscheln (Lamellibranchia)

Trotz Artenvielfalt und Individuenreichtum kommt den Muscheln im Oberen Muschelkalk keine biostratigraphische Bedeutung zu. Lediglich das Vorkommen von Chlamys (Praechlamys) reticulata (v. Schloth.) ist auf den Zeitabschnitt der evolutus-Zone ab der Spiriferina-Bank begrenzt. Muscheln sind jedoch gute Faziesindikatoren.

Epifauna = auf und dicht über dem Boden lebende Organismen

Freiliegend
Entolium discites (v. Schloth.)
(?) Tellina edentula (Giebel)


Entolium discites


Tellina edentula

 

Flexisessil
Plagiostoma striatum (v. Schloth.)
Plagiostoma costatum (v. Münster)
Pleuronectites laevigatus (v. Schloth.)
Chlamys (Praechlamys) reticulata (v. Schloth.)
Myalina blezingeri (Philippi)
Septifer eduliformis praecursor (Frech)
Parallelodon beyrichi (v. Stromb.)


Plagiostoma striatum


Pleuronectites laevigatus


Pleuronectites laevigatus


Plagiostoma striatum


Pleuronectites laevigatus


Chlamys reticulata


Pleuronectites laevigatus


Pleuronectites laevigatus


Septifer eduliformis praecursor sp.

Fixosessil
Placunopsis ostracina (v. Schloth.)
Newaagia noetlingi (Frech)
Enantiostreon difforme (v. Schloth.)


Enantiostreon difforme


Placunopsis auf C. philippii


Enantiostreon difforme

 

 

 

 

Infauna = im Sediment lebende Organismen (Endobionten)

Endobyssat
Bakevellia costata (v. Schloth.)
Hoernesia socialis (v. Schloth.)
Pseudomyoconcha mülleri (Giebel)


Hoernesia socialis


Hoernesia socialis-Pflaster


Bakevellia costata

Flach grabend
Myophoria vulgaris (v. Schloth.)
Lyriomyophoria elegans (Dunker)
Pseudocorbula gregaria (v. Münster)
Neoschizodus laevigatus (Alberti)
Myophoria pes anseris (v. Schloth.)


Neoschizodus laevigatus


Myophoria pes anseris


Myophoria pes anseris


Myophoria vulgaris

   

Tief grabend
Pleuromya musculoides (v. Schloth.)


Pleuromya musculoides


Pleuromya musculoides

 



 

Geologie

Die Triaszeit, die älteste Epoche des Erdmittelalters, währte rund 50 Millionen Jahre; sie begann vor etwa 250 und endete vor 200 Millionen Jahren. Die Gesteine der drei Zeitabschnitte Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper beschränken sich im wesentlichen auf Mitteleuropa. Dieses begrenzte Ablagerungsgebiet, der Bereich der germanischen Trias, dominiert die Oberflächengestalt Thüringens.

 

 

 

 

 

Muschelkalk

Die drei Stadien des Unteren, Mittleren und Oberen Muschelkalk haben verschiedene Entwicklungen genommen und lassen sich auch geologisch gut voneinander unterscheiden. Sie sind in verschiedene Formationen weiter aufgegliedert worden.

Schon zur Zeit des Oberen Buntsandsteins (Röt) und vor allem während des Unteren Muschelkalks (3 Millionen Jahre) gelangte frisches Meereswasser aus dem Tethysmeer durch die Ostkarpaten- Pforte über Südpolen in das Germanische Becken. Das etwa 500.000 km2 große Binnenmeer reichte von Polen, dem Alpenvorland und Nordfrankreich bis zur Nordsee (Helgoland) und war noch größer als das Kaspische Meer. Ein zweiter Meeresvorstoß passierte die westlicher gelegene Schlesisch-Mährische Pforte. Die Wassertiefe lag zwischen 15 und maximal 100 m. Etwa 50-170 m mächtige blaugraue Mergelkalke lagerten sich am Meeresboden ab. Die häufigen Wellenrippeln und Knauern im Sediment führten zu dem Namen Wellenkalk. Andere Sedimentsstrukturen, wie Schrägschichtung, Priele und Bänkchen mit aufgearbeiteten Kalkgeröllen (Konglomeratbänke) lassen ein oft sturmgepeitschtes Flachmeer mit gezeitengeprägtem Kalkschlammwatt vermuten. Mächtige Schlammwickel- und Rutschungshorizonte könnten von Erdbeben herrühren.
Besonders charakteristisch sind die Feilenmuscheln Plagiostoma lineatum von den Weichböden (Lima-Bank) und die Seelilienrasen auf den verfestigten Hartgründen mit Chelocrinus carnalli (Schaumkalk-Bank). Kleine Muschelriffe entstanden durch die Auster Placunopsis.

Im Mittleren Muschelkalk (1,5 Millionen Jahre) war der Frischwasseraustausch mit dem Weltmeer eingeschränkt. Das Meereswasser wurde immer salziger und das Milieu immer lebensfeindlicher. Am bekanntesten ist die rundliche Muschel Neoschizodus orbicularis für den beginnenden


 

Mittleren Muschelkalk (orbicularis-Schichten).
Nun begann das "Salzpfannen"-Stadium im Muschelkalkmeer mit Eindampfungsgesteinen, wie Gips und in den Beckenzentren auch Steinsalz. Der Mittlere Muschelkalk wurde maximal 100 m mächtig. Im Übergangsbereich zum Oberen Muschelkalk finden sich häufig kleine Riffe von Stromatolithenpolstern (Cyanobakterien ?) gemeinsam mit sekundär gebildeten Hornsteinlagen.

Erneutes Frischwasser gelangte während des Obereren Muschelkalks durch die Burgundische Pforte südwestlich des Bodensees in den zentralen Teil des Germanischen Beckens. In Thüringen lagerte sich eine ca. 70 m mächtige Wechselfolge von Kalksteinbänken und Tonsteinen mit Kalkkonkretionen ab. Das zunächst 20 bis 50 m tiefe, lichtdurchflutete Wasser bot optimale Lebensbedingungen für viele Muschelarten (z. B. die Feilenmuschel Plagiostoma striatum) und auch Seelilien. Unmengen von zylindrischen Stielgliedern der Seelilie Encrinus liliiformis - die Trochiten - können namengebend im Trochitenkalk gesteinsbildend auftreten. Manche Austern (Placunopsis und Terquemien) bauten Muschelriffe bis 3 m Durchmesser auf.
Zur Zeit des Oberen Muschelkalks (3,5 Millionen Jahre) fegten über eine Tornadostraße im Bereich der Schlesischen und Burgundischen Pforte regelmäßig heftige Stürme ins Binnenmeer. Die See wurde bis zum Grund aufgewühlt und es entstanden Sturmflutsedimente (Tempestite) mit bedeutenden Schalenanreicherungen (Schillkalke). Hier siedelten zunächst Tiere auf dem festen Meeresboden, bevor mit immer mehr Schlamm auch wieder die Weichbödenfaunen Einzug hielten. Mit der nächsten Tornadowelle begann alles von vorn. Nicht alle Lebewesen konnten sich diesem ständigen Wechsel der Lebensbedingungen anpassen. Die Brachiopoden Tetractinella trigonella und Punctospirella fragilis waren dazu nicht in der Lage und überlebten jeweils nur kurzzeitig im neuen Lebensraum. Ihr fossiler Nachweis in ökostratigraphischen Leitbänken ist deshalb für die zeitliche Korrelierung von größter Bedeutung (Chronostratigraphie). Anderseits ermöglicht die ständige Anpassung der Ceratiten durch morphologische Veränderung in Biozonen-Abschnitten (Biostratigraphie) eine exakte lithostratigraphische Korrelierung des Oberen Muschelkalkes mit weiteren Leitbänken (cycloides -Bank).

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Heimat- und Museumsverein Hainrode/Hainleite

 

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Stöberecke

 

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