Naturdenkmale, Einzeldenkmale
Dorflinde in Hainrode
http://www.baumkunde.de/baumregister/4922-dorflinde_in_hainrode/
Baumregister Details – Dorflinde in Hainrode, Register-Nr.: 4922
Baumart: Sommer-Linde (Tilia platyphyllos)
Standort: Lindenanger zwischen Dorfstraße und Hauptstraße
Beschreibung:
Die ungefähr 200 Jahre alte Sommerlinde ist irgendwann umgekippt. Zwei weitere der 7 Altlinden an der Hangseite stehen in Schräglage. Zwei jüngere Linden wurden nachgepflanzt. Die gekippte Linde wurde bei etwa 3 m gekappt und hat eine neue, kleine Krone ausgebildet. Der Stamm ist hohl und bietet Durchblick bis durch den ehemaligen Wurzelstock, der herausgehebelt ist und frei liegt. Ob die kleine Stützmauer nachträglich errichtet wurde, müsste noch recherchiert werden.
Forum: http://www.baumkunde.de/forum/viewtopic.php?t=16740
Habitus im Januar 2017
© Copyright Klaus Heinemann
die kleine Stützmauer
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Blick durch den hohlen Stamm
© Copyright Klaus Heinemann
Seitenansicht Stamm
© Copyright Klaus Heinemann
Blick von dem Anger nach Süden
© Copyright Klaus Heinemann
Zuletzt aktualisiert: 30.01.2017
Typ: besonderer Baum
Zugang: öffentlich zugänglich
Land: Deutschland
Bundesland: Thüringen
Kreis: Nordhausen
Ort: 99735 / Hainrode
Geo-Koordinaten:
E10°41.875' / N51°24.897'
Beschreibung:
Alter: 200
Umfang: 3.79 m (gemessen)
Messdatum (Umfang): 26.01.2017
Höhe: 6.50 m
Einzelb. oder Gruppe: Einzelbaum
letzter Besuch: 26.01.2017
Zustand: vital, hohl, alter Stamm liegt horizontal, neue Krone
Quellenangaben: Bedeutende Linden/ Klaus Heinemann
Wissenswertes
Zur Unterscheidung der Sommer- von der Winterlinde siehe FAQ ! Die Blüten der Sommerlinde bilden reichlich Nektar und enthalten Schleimstoffe und das ätherische Öl Farnesol. Der Blütenduft ist besonders gegen Abend intensiv. Die Fruchtstände werdem vom Wind verbreitet, hängen aber an den kahlen Bäumen oft noch bis zum Spätwinter. Sommerlinden können 1000 Jahre alt werden. Die Linde ist der bedeutsamste Baum unserer Kulturgeschichte. Schon die Germanen weihten den Baum ihrer höchsten Götting Freia und so sollte der Marktplatz jedes Dorfes eine Linde haben. Die Christen tauschten zu späterer Zeit die unter den Linden aufgestellten Freia-Statuen gegen Darstellungen der Jungfrau Maria aus. Im Schatten der Dorflinde spielte sich das gesellschaftliche Leben ab: dort wurde gefeiert, getanzt, geheiratet, aber auch Gericht gehalten. Dieses sog. Thing-Gericht leitet sich namentlich von "Ziu" ab, dem germanischen Gott des Rechtsstreites. An einem Thing-Tag, von welchem sich der Name unseres heutigen Dienstages ableitet, wurde der zuvor thingfest (dingfest) Gemachte verurteilt und zuweilen gleich an der Dorflinde aufgehängt. Der Mythos um die Linde spiegelt sich bis heute in seiner Bedeutung als beliebter Allee- und Parkbaum. Auch in unserem deutschen Liedgut ("Am Brunnen vor dem Tore"), unseren Sagen und Legenden ist der Baum von Bedeutung (Nibelungensage). Schon zu früher Zeit nutzte man das weiche, linde (daher wohl der Name), dennoch aber feste Holz des Baumes für Schnitzwerk. Heute findet es Verwendung in der Bildhauerei und bei der Spielzeugherstellung. Das Holz der Linde kam auch in Form seiner Kohle bei Vergiftungen zur Anwendung. Und bekanntlich sorgt ein Lindenblütentee bei grippalen Infekten durch seine schweißtreibende Wirkung für "Linderung".
Tilia wurde vorher den Lindengewächsen (Tiliaceae) zugeordnet.












